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Starke Passworte

Auf dieser Seite beschreibe ich ein Verfahren, das Sie für sich selbst nutzen können, um lange alfanumerische Passworte zu erzeugen, die sie sich auch merken können.

Jeder kennt das Problem: Man braucht z.B. für den eigenen Computer, einen Online-Shop, eine Community, ein Forum oder irgend eine andere Website ein Passwort, das nicht so leicht geknackt werden kann. Auch für die Anmeldung beim Start eines Notebook PC (BIOS-Boot-Passwort) ist ein starkes Passwort sinnvoll, denn sollte der Rechner doch mal abhanden kommen, sind die Daten besser geschützt. Je stärker ein solches Passwort ist, desto schwieriger wird es aber, sich so ein Ungetüm aus großen und kleinen Buchstaben und Ziffern zu merken.
Hier ist guter Rat teuer. – Wie soll man ein sicheres Passwort erfinden und sich dann auch noch so merken, dass man es nicht wieder vergisst?

Schwache Passworte
Keinesfalls zu empfehlen!

Es ist sicher nicht klug, sehr einfache Passworte zu wählen, wie sie in der folgenden Liste aufgeführt sind.

Ich warne ausdrücklich davor,
so etwas als Passwort zu verwenden!
Damit öffnen Sie Hackern Tür und Tor. So etwas ist nicht sicher. — Sicher ist nur: Wer es wirklich darauf anlegt, kann solche Passworte in wenigen Minuten knacken.


Starke Passworte

Aber was ist nun ein starkes Passswort?
Es sollte ausreichend lang sein. Viele Anmeldeseiten verlangen ein Wort mit mindestens 8 Zeichen. Das sollte man als das Minimum betrachten, damit es nicht so leicht wird das Wort mit „Brute Force” zu ermitteln. Je länger das gewählte Wort ist, desto länger wird es dauern, es mit dieser Methode zu knacken.
Nach Möglichkeit sollten Sie keinen Begriff aus Ihrem persönlichen Umfeld wählen. Alles was Ihnen etwas bedeutet, sollte als Passwort tabu sein, also der Name des Partners oder eines Ihrer Kinder oder Haustiere oder deren Geburtsdaten. Wer ein Faible für Fremdwörter hat, ist hier im Vorteil, denn so etwas wie „Ommatophorum” oder „Trinitrotuluol” ist lang genug und stellt (zumindest hoffentlich) keinen Begriff aus Ihrem persönlichen Umfeld dar.

Akronymische Passworte

Besonders starke Passworte lassen sich relativ leicht aus den Anfangsbuchstaben von Sätzen oder Zitaten konstruieren. Diese Sätze und Zitate sollen (möglichst nur) Ihnen gut bekannt sein, damit Sie sie in jeder Situation »auf die Reihe bringen«. Sie können aus jeder Sprache stammen, die Sie beherrschen. Dabei sollten Sie sich für die richtige Schreibweise ein paar strikte Regeln einprägen und dann auch befolgen. So werden Sie Ihr persönliches Passwort auch nicht so leicht vergessen.
Die folgenden sieben Regeln sollen als Orientierungshilfe dienen, Sie können sich für die Kodierung natürlich auch eigene Regeln setzen. Sie sollten sich aber dann auch daran halten.

Regeln

Die folgenden Regeln zum Kodieren haben sich als praktisch erwiesen, weil sie gewährleisten, dass man sich nicht mit der richtigen Schreibweise vertut.

  1. Das erste Zeichen ist immer ein Großbuchstabe, auch wenn es durch eine Ziffer ersetzbar wäre.
  2. Nur die Buchstaben E, I, O, S, Z (groß und klein) werden durch 3, 1, 0, 5, 2 ersetzt.
    Dies können Sie z.B. auch auf A (=4), T (=7), B (=8) und G (=9) erweitern.
  3. Regel 2 ist immer anzuwenden. Einzige Ausnahme: siehe Regel 1.
  4. Substantive und Namen werden groß geschrieben, alles andere klein.
  5. Regel 4 gilt auch für Englisch, Latein, Französisch etc.
  6. Regel 4 wird auch auf substantivisch gebrauchte Adjektive und Verben angewandt, nicht aber auf Pronomen.
  7. Die Länge sollte zwischen 6 und 16 Zeichen sein.
    Für manche Programme (z.B. TrueCrypt) darf das Passwort aber gerne auch 30 Zeichen oder länger sein.

Zusatzregeln

Um die Anzahl der möglichen Zeichen noch zu erhöhen, können Sie noch folgende zusätzliche Regeln für Ihre Passworte benutzen:

  1. Statt dem Wort „und” entweder „&” oder „+” verwenden
  2. Das Wort „oder” wird durch „|” ersetzt
  3. „h” durch „#” ersetzen

Einige gute Beispiele

G2Ma3Kv Gehen zwei Musiker an einer Kneipe vorbei
(der kürzeste Musikerwitz)
S1nr15C Seems it never rains in Southern California
(Songtitel von Albert Hammond)
T5PalYM5 The same Procedure as last Year Miss Sophie
(der oft zitierte Satz aus „Dinner for One”)
WdW5b35P Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd
(Arabisches Sprichwort)
C0p155QvM Corpus omne perserverare in Statum suum Quiescendi vel Movendi
(Anfang des ersten Newton'schen Lehrsatzes)
Ib5&d1ag5 Ich bin schwul und das ist auch gut so
(Die berühmten Worte von Berlins ehemaligem Bürgermeister Klaus Wowereit)
DKg5l2Bb3b Der Krug geht so lang zum Brunnen bis er bricht
(Altes Sprichwort)
HmdGwfG52H Heute muss die Glocke werden frisch Gesellen seid zur Hand
(Zweite Zeile aus dem Gedicht „Das Lied von der Glocke” von Friedrich Schiller)
L13BrGfbbb Loch in Erde Bronze rinn Glocke fertig bim bim bim
(Sehr kurze Fassung des Gedichts „Das Lied von der Glocke”)
Nd35dr|t5t Nach dem Essen sollst du ruh'n oder tausend Schritte tun
(Altes Sprichwort)
W33Rtdk3w3 Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen
(Binsenweisheit)
ZDdT5DdD1G Zu Dyonis dem Tyrannen schlich Damon den Dolch im Gewande
(Erste Zeile aus dem Gedicht „Die Bürgschaft” von Friedrich Schiller)
DL13Bdngw35 Die Liebe ist ein Betrieb der nur geht wenn er steht
(Ein »Lehrsatz« zur Potenz)
Fg1d35dFaLg Fest gemauert in der Erde steht die Form aus Lehm gebrannt
(Erste Zeile aus dem Gedicht „Das Lied von der Glocke” von Friedrich Schiller)
Iktt5at50a5 I know that the Spades are the Swords of a Soldier
(Erste Zeile des Refrains des Songs »Shape of My Heart« von Sting)
Mwbmwm51dMb Mädchen werden böse meist wenn man sie in die Möse beißt
(ein etwas schlüpfriger Schüttelreim)
Wb02gbbgn2g Wer brauchen ohne zu gebraucht braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen
(Sehr ernst gemeinter Lehrsatz zur deutschen Grammatik)
I055faMb0gLfM It's one small Step for a Man but one giant Leap for Mankind
(Die ersten Worte von Neil Armstrong beim Betreten der Mondoberfläche)
J51hlBwD0hR1hl# Jennifer slept in her little Bed with Dreams of her Rabbit in her little Head
(Erste Zeile eines amerikanischen Kinderlieds)
Wr55dNuW31dVm5K Wer reitet so spät durch Nacht und Wind, es ist der Vater mit seinem Kind
(Erster Vers des Gedichts „Der Erlkönig” von J. W. Goethe)

Diese Tabelle ließe sich noch beliebig weiter führen. Jedenfalls macht sie das Prinzip anschaulich. Sie können sich selbst einen Satz Ihrer Wahl nach dem beschriebenen System kodieren, um Ihr ganz persönliches Passwort zu kreieren. Ich empfehle nicht, eines der Passworte aus obiger Liste für sich übernehmen. Suchen Sie sich z.B. eine Redensart aus, die in Ihrer Verwandtschaft gebräuchlich war oder den Titel bzw. die Worte eines Ihnen bekannten Liedes oder Musikstücks.
Wenn nur Sie den genauen Wortlaut kennen, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Und wie erwähnt, kann es auch etwas in einer fremden Sprache sein.

Ich verwende übrigens keines dieser Wörter, denn mein System beruht auf einem selbst geschriebenen Programm, das mir aus zwei Worten eine kryptische Buchstaben-Ziffern Kombination erzeugt. Aber nicht jeder ist in der Lage, sich so ein Programm wie meinen PASSGEN zu schreiben, denn dazu muss man programmieren können und ein Bisschen Ahnung von Kryptografie haben.
Und fragen Sie mich gar nicht erst danach — Der PASSGEN bleibt in meinem privaten Besitz und wird an niemanden weiter gegeben.


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