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Über die Respektlosigkeit der Fernsehsender

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Wie würde es Ihnen gefallen, wenn ein findiger PR-Fachmann auf die geniale Idee käme, die Mona Lisa im Louvre für die Werbung zu nutzen? — Wie das gehen soll?


Ganz einfach: Man bohrt durch die Pupillen, steckt von hinten zwei blau blinkende LED hinein und auf dem Dekolleté flimmert ein LCD-Bildschirm mit dem Logo der Firma. Das wäre doch eine Super Idee – dass das noch keiner gemacht hat...

Nehmen wir mal einen Fall, den es tatsächlich gibt, und zwar hundertfach jeden Tag:
Im Abendprogramm läuft ein Liebesdrama und in der – laut Filmkritik – romantischsten Szene des ganzen Films, als sich die Lippen der Protagonisten wie in Zeitlupe annähern und die Geigen säuseln... Tränen fließen und noch bevor sich die Lippen berühren –ZAPPAlle 11 Minuten verliebt sich...Was dieser Werbespruch bedeutet, in einer Lautstärke, die die Nachbarn hellhörig werden lässt.
So wird heute Werbung gemacht! Wen interessiert da noch ein Bild mit blinkenden Augen?!

Heute ist Werbung aggressiv und respektlos. Respekt vor einem bedeutenden Kunstwerk ist überflüssiges Beiwerk und schmälert nur den Gewinn. Wenn wir den Zuschauern unsere Werbebotschaften mit dem Dampfhammer ins Hirn rammen, dann kaufen sie unser Produkt wie wild! – So oder ähnlich argumentieren die Werbetreibenden und sie haben sogar Recht damit – wohlgemerkt aus ihrer Sicht.
Für die Zuschauer ist es weniger anregend, wenn sie mitten in der alles entscheidenden Kussszene genötigt werden, statt zum Taschentuch zur Fernbedienung zu greifen, um den Ton auszuschalten, bevor die Nachbarn die Polizei rufen.

Dieses Szenario spielt sich, so oder ähnlich, in einem einzigen Film vier Mal ab, weil die Fernsehsender ja Geld verdienen müssen; die paar hundert Millionen vom "Beitragsservice", wie sich die Mafia der Gebühreneintreiber heute nennt, reichen bei Weitem nicht, um die Betriebskosten, ein Leben in Saus und Braus für den Intendanten nebst Vorstands-Club zu finanzieren und dann auch noch an der Börse mitzumischen. Da muss man schon Werbung senden, damit der operative Gewinn nach Steuern nicht unter sechs Milliarden (wie im Vorjahr) sinkt, denn sonst geht der Kurs der Aktie runter und das wäre ja katastrophal, weil dann der Wert des Senders fällt, und dann könnte es schnell vorbei sein mit dem Leben in Saus und Braus, weil sie dann einen anderen Intendanten einsetzen, also macht Werbung, so viel ihr könnt!
Und die brave Gefolgschaft tut wie ihr geheißen, denn etwas anderes bleibt ihnen nicht übrig. Sie verkaufen Sendesekunden an ihre Werbekunden und machen Milliarden damit, während die Zuschauer mit Ihren Nerven dafür bezahlen.

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