Schneewittchen andersrum

Ein Deutsches Märchen mit vertauschten Geschlechtern

Dies ist das allseits bekannte Märchen vom Schneewittchen, doch in dieser Fassung sind die Geschlechter der Personen umgekehrt. Hierbei wird erst deutlich, wie sexistisch die Märchen verfasst worden sind. Von Emanzipation war damals nichts in Sicht, und so stellt sich diese umgekehrte Version in einem völlig anderen Licht dar.

Es war einmal ein König. Der hatte keine Kinder, wünschte sich aber eins, da er so einsam war. Eines Tages saß er an einer Stickerei und betrachtete den Rahmen von schwarzem Ebenholz. Draußen schneite es und die Schneeflocken tanzten vom Himmel. Er war so tief in seine Gedanken versunken, dass er sich in den Finger stach und drei Blutstropfen auf den weißen Schnee fielen. Als er das sah, erwachte in ihm wieder der Gedanke an ein Kind.
Ach!, seufzte der König, hätte ich doch ein Kind! Wunderschön wäre es: mit Bäckchen, so rot wie Blut, mit Haut, so weiß wie Schnee und Haaren, so schwarz wie Ebenholz!
Bald darauf gebar ihm seine Königin ein Söhnlein, das war an seinem Leibe so weiß wie Schnee, mit Wangen so rot wie Blut, und Haar, so schwarz wie Ebenholz, und ward darum Schneewitt genannt. Doch wie das Kind geboren war, starb der König.
Die Königin aber, die keine Witwe bleiben wollte, nahm sich einen anderen Gemahl. Dieser war wunderschön, aber auch stolz und eitel. So eitel, dass er sich für den schönsten Mann auf der ganzen Welt hielt. Bestätigt wurde er von seinem Zauberspiegel, der ihm auf die Frage: Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist der Schönste im ganzen Land? antwortete:
Ihr, Herr König seid der Schönste im ganzen Land. Der Spiegel schmeichelte ihm nicht, sondern sagte nur die Wahrheit, denn das machen alle Spiegel.

Der kleine Schneewitt, des Königs Stiefsohn, wuchs heran und wurde der schönste Prinz, den es nur geben konnte. Viel schöner noch als selbst der schöne König es war. Eines Tages, als der Schneewitt sieben Jahr alt war, fragte sein Stiefvater wieder einmal seinen treuen Spiegel: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste im ganzen Land?, antwortete dieser: Herr König, ihr seid der schönste hier, aber Schneewitt ist tausendmal schöner als ihr. Darüber erschrak der König zu Tode und ward gelb und grün vor Neid. Es war ihm, als drehe sich ein Messer in seiner Brust um. Von Stund an, wenn er Schneewitt erblickte, kehrte sich ihm das Herz im Leibe herum, so sehr hasste er das Knäblein, welches ja nichts zu seiner übergroßen Schönheit konnte.
Weil er weder Tag noch Nacht vor seinem bösen, neidischen Herzen Ruhe hatte, rief er seine Jägerin zu sich und sprach: Führe Schneewitt tief in den Wald und töte ihn dort. Als Beweis, dass du mein Gebot vollzogen hast, bringe mir seine Lunge und Leber! Die Jägerin gehorchte und führte das Kind hinaus, und als sie im tiefen Dickicht den Hirschfänger gezogen hatte und des Schneewitts unschuldiges Herz durchbohren wollte, fing er an zu weinen und sprach:
Ach, liebe Jägerin, lass mir mein Leben; ich will in den wilden Wald laufen und nimmer mehr wieder heim kommen. Und weil er so schön war, hatte die Jägerin Mitleid und sprach:
So lauf hinfort, du armes Kind., dabei dachte sie bei sich: Warum soll ich mein Gewissen beladen und diesen schönen, unschuldigen Jüngling ermorden? Nein, ich will ihn lieber laufen lassen! Treffen ihn die wilden Tiere, wie sie es wohl tun werden, so mag das den Herrn König vor Gott verantworten., und ihr war, als wäre ihr ein Stein vom Herzen gewälzt, weil sie das Knäblein nicht zu töten brauchte. Als ein junges Wild ihren Weg kreuzte, stach sie es ab, nahm Lunge und Leber heraus und brachte sie dem bösen König. Der ließ sie in Salz und Schmalz braten, verzehrte die Innereien des Schneewitt, wie er vermeinte und lachte dabei zufrieden, weil er glaubte, nun wieder der Schönste im ganzen Land zu sein.

Nun war der arme Junge in dem großen Wald vaterseelenallein, da ward ihm so Angst, dass er alle Blätter an den Bäumen ansah und nicht wusste wie er sich helfen sollte. Er konnte zum ersten Male die harten, spitzen Steine fühlen, wie die Dornen ihm das Gewand zerrissen, und vollends, als er zum ersten Male wilde Tiere sah. Aber die wilden Tiere taten ihm gar nichts zu leide. Sie sahen Schneewitt an und gingen wieder in die Büsche. Und so ging das Knäblein den ganzen Tag und ging über sieben Berge.
Des Abends kam Schneewitt an ein kleines, kleines Häuschen mitten im Walde. Da ging er hinein, sich auszuruhen, denn er war sehr müde, hungrig und auch sehr durstig. In dem Häuschen war alles klein, aber so zierlich und reinlich, dass es nicht zu sagen ist. Da stand ein weiß gedecktes Tischlein mit sieben kleinen Tellern, jedes Tellerlein mit seinem Löffelein, ferner sieben Messerlein und Gäbelein, und sieben Becherlein. An der Wand waren sieben Bettlein neben einander aufgestellt und schneeweiße Laken darüber gedeckt.
Da aß nun der hungrige Schneewitt von den sieben Tellerchen, nur ein wenig von jedem, und trank aus jedem Becherchen ein Tröpflein Wein, denn er wollte nicht einem allein alles wegnehmen. Dann legte er sich in eins der sieben Bettchen, um zu ruhen. Aber das Bettchen war zu klein und der Jüngling musste es in einem anderen probieren. Doch wollte keins recht passen, bis zuletzt das siebente. Das passte und da schlüpfte Schneewitt hinein, deckte sich zu und schlief ein.

Als es dunkel geworden war, kamen die Weiber von dem Häuslein, das waren die sieben Zwerginnen, die in den Bergen nach Erz hackten und gruben. Sie zündeten ihre sieben Lichtlein an, und wie es nun hell im Häuslein ward, sahen sie, dass jemand darin gewesen war, denn es stand nicht alles so in der Ordnung, wie sie es verlassen hatten.
Die erste fing an zu fragen:
Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?
Die zweite fragte:
Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?
Die dritte fragte:
Wer hat von meinem Brötchen gebrochen?
Die vierte:
Wer hat von meinem Gemüschen geleckt?
Die fünfte:
Wer hat mit meinem Messerchen geschnitten?
Die sechste:
Wer hat mit meinem Gäbelchen gestochen?
und die siebente fragte:
Wer hat aus meinem Becherchen getrunken?
Wie die Zwerginnen also gefragt hatten, sahen sie sich nach ihren Bettchen um, und fragten:
Wer hat in unseren Bettchen geschlafen?
bis auf die siebente, die fragte nicht so, sondern:
Wer liegt in meinem Bettchen?, denn da lag der Schneewitt.
Ei, du meine Göttin! ei, du meine Göttin!, riefen sie, was ist das Kind so schön! und hatten so große Freude, dass sie es nicht aufweckten, sondern im Bettlein fort schlafen ließen. Die siebente Zwergin aber schlief bei ihren Gefährtinnen, bei jeder eine Stunde, da war die Nacht herum.
Als nun der Morgen mit seinen frühen Strahlen in das kleine Häuschen der Zwerginnen schien, wachte Schneewitt auf und fürchtete sich vor den Zwerginnen. Die waren aber gut und freundlich und sagten, er solle sich nicht fürchten. Da sagte und erzählte nun Schneewitt alles und wie es ihm ergangen war.
Darauf sagten die Zwergweibchen:
Willst du unsern Haushalt versehen, kochen, betten, waschen, nähen und stricken, und willst du alles ordentlich und reinlich halten, so kannst du bei uns bleiben, und es soll dir an nichts fehlen.
Ja, sagte der Schneewitt, von Herzen gern, und blieb bei ihnen. Er hielt ihnen das Haus in Ordnung: Morgens gingen sie in die Berge und suchten Erz und Gold, abends kamen sie wieder, und da musste ihr Essen bereit sein. Den Tag über war der Junge allein, da warnten ihn die guten Zwerginnen und sprachen: Hüte dich vor deinem Stiefvater, der wird bald wissen, dass du hier bist; lass ja niemand herein.

Der König aber, nachdem er Schneewitts Lunge und Leber glaubte gegessen zu haben, dachte nicht anders als er wäre wieder der erste und allerschönste, trat vor seinen Spiegel und sprach:
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste im ganzen Land?, antwortete dieser:
Herr König, ihr seid der schönste hier, aber Schneewitt hinter den sieben Bergen, bei den Zwerginnen, ist tausendmal schöner als ihr.
Da erschrak er, denn er wusste, dass der Spiegel keine Unwahrheit sprach und merkte dass die Jägerin ihn betrogen hatte und Schneewitt noch am Leben war. Und da sann und sann er aufs Neue, wie er ihn umbringen wollte, denn so lange er nicht der schönste war im ganzen Land, ließ ihm der Neid keine Ruhe. Und als er sich endlich etwas ausgedacht hatte, färbte er sich das Gesicht, und kleidete sich wie einen alten Krämer und war ganz unkenntlich. In dieser Gestalt ging er über die sieben Berge zu den sieben Zwerginnen, klopfte an die Türe, und rief:
Schöne Ware, feil, feil! Die Zwerginnen hatten aber dem Schneewitt gesagt, es solle sich vor fremden Leuten in Acht nehmen, vornehmlich vor dem bösen König. Deshalb sah der Junge vorsichtig heraus.
Als er den schönen Tand sah, den der Mann zu Markte trug, die schönen Halsketten und Schnüre und allerlei Putz, dachte Schneewitt nichts Arges und ließ den Krämer herein. Er kaufte ihm eine Halsschnur ab und der Mann wollte ihm zeigen, wie diese Schnur umgetan würde. Dabei schnürte er ihm von hinten den Hals so zu, dass Schneewitt gleich der Atem ausging und er tot hinsank.
Da hast du den Lohn für deine übergroße Schönheit!, sprach der böse König und hob sich von dannen.
Bald darauf kamen die sieben Zwerginnen nach Hause und da fanden sie ihren schönen, lieben Schneewitt tot. Sie sahen jedoch schnell, dass es mit der Schnur erdrosselt war.
Geschwind schnitten sie die Schnur entzwei und träufelten einige Tropfen von ihrer Goldtinktur auf des Schneewitts blasse Lippen. Da begann er leise zu atmen an und wurde allmählich wieder lebendig.
Als er nun erzählen konnte, erzählte er, wie der alte Krämersmann ihm den Hals böslich zugeschnürt hatte. Die Zwerginnen riefen:
Das war kein anderer Kerl, als der falsche König! Hüte dich und lasse keine Seele in unser kleines Häuschen, wenn wir nicht da sind!

Der König trat, als er von seinem schlimmen Gange wieder nach Hause kam, gleich vor seinen Spiegel und fragte:
Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist der Schönste im ganzen Land?, und der Spiegel antwortete:
Herr König! Ihr seid der Schönste hier, Aber Schneewitt hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwerginnen, ist noch tausendmal schöner als Ihr.
Als er das hörte, lief ihm alles Blut zum Herzen, so erschrak er, denn er sah wohl dass Schneewitt wieder lebendig geworden war.
Nun aber, sprach er, will ich etwas aussinnen, das dich zu Grunde richten soll, und mit Zauberkünsten, die er verstand, machte er einen giftigen Kamm und ging über die sieben Berge an das kleine Zwerginnenhäuslein. Dort klopfte er wieder an die Türe und rief:
Holla! Holla! Kauft schöne Waren! Holla!
Schneewitt sah zum Fenster heraus und sagte:
Ich darf niemand hereinlassen!
Der Kramer aber rief:
Schade um die schönen Kämme!
Und dabei zeigte er den giftigen, der ganz golden blitzte. Da wünschte sich Schneewitt von Herzen einen goldenen Kamm und dachte nichts Arges. Er öffnete die Türe, ließ den Krämer herein und kaufte den Kamm.
Nun will ich dir auch zeigen, mein allerschönstes Kind, wie der Kamm durch die Haare gezogen wird, sprach der falsche Krämer. Der arme Schneewitt dachte an nichts und ließ den Alten gewähren, aber kaum hatte er den Kamm in die Haare gesteckt, als das Gift darin wirkte und der Knabe ohne Besinnung niederfiel.
Du Ausbund von Schönheit, sprach der boshafte Kerl, jetzt ist's um dich geschehen!, und ging fort.
Bald darauf – und das war ein Glück – wurde es Abend und die sieben Zwerginnen kamen wieder nach Hause. Sie hielten den armen Schneewitt für tot und fanden in den feinen schönen Haaren den giftigen Kamm. Diesen zogen sie geschwind aus dem Haar und da kam er wieder zu sich. Die Zwerginnen warnten ihn aufs Neue und schärften ihm ein, ja niemand in das Häuschen zu lassen.

Daheim trat der böse König wieder vor seinen Spiegel und fragte ihn:
Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist der Schönste im ganzen Land?
und der Spiegel antwortete:
Herr König! Ihr seid der Schönste hier, Aber Schneewitt hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwerginnen, ist noch tausendmal schöner als Ihr.
Da wusste sich der König vor giftiger Wut darüber, dass alle seine bösen Ränke gegen Schneewitt nicht fruchteten, gar nicht zu lassen und zu fassen und tat einen schweren Fluch. Schneewitt soll sterben, rief er, und wenn es mein eigenes Leben kostet. Und darauf machte er heimlich einen schönen Apfel giftig, aber nur auf einer Seite, wo er am schönsten war, nahm dazu noch einen Korb voll gewöhnlicher Äpfel, verstellte sein Gesicht, verkleidete sich wie einen Bauern und ging abermals über die sieben Berge. Er klopfte am Zwerginnenhäuslein an und er rief:
Holla, schöne Äpfel kauft, kauft!
Schneewitt sah zum Fenster heraus und sagte:
Geht fort, lieber Herr. Ich darf nicht öffnen und auch nichts kaufen!
Auch gut, liebes Kind!, sprach der falsche Bauer.
Ich werde auch ohne dich meine schönen Äpfel noch alle los! Da hast du einen umsonst!
Nein nein, ich danke schön. Aber ich darf nichts annehmen!, rief Schneewitt.
Denkst wohl gar, der Apfel wäre vergiftet, was? Siehst du, da beiße ich selber hinein! Das schmeckt gut! So etwas hast du in deinem ganzen Leben nicht gegessen.
Dabei biss der trügerische Kerl in die Seite des Apfels, die nicht vergiftet war. Schneewitt lüsterte den schönen Apfel an und griff hinaus. Der Bauer reichte ihn hin und blieb stehen. Kaum aber hatte Schneewitt den Apfel auf der anderen Seite angebissen, wo er ein schönes rotes Bäckchen hatte, so wurden Schneewitts rote Bäckchen ganz blass, und er fiel um und war tot.
Da betrachtete ihn der König mit grausigen Blicken, lachte überlaut, und sprach: Nun bist du aufgehoben, Ding!, und ging fort.

Zu Hause trat er vor den Spiegel und fragte wieder:
Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist der Schönste im ganzen Land?
und diesmal antwortete der Spiegel:
Ihr, Herr König, seid allein der Schönste im Land.
Nun war das Herz des bösen Königs zufrieden, so weit ein Herz voller Bosheit und Tücke und Mordschuld zufrieden sein konnte.
Aber wie erschraken die sieben Zwerginnen, als sie abends nach Hause kamen und ihren Schneewitt ganz tot fanden. Vergebens versuchten sie die Wunderkraft ihrer Goldtinktur - Schneewitt war und blieb jetzt tot.
Da legten die betrübten Zwerginnen das liebe Kind auf eine Bahre, setzten sich darum herum und weinten sieben Tage lang. Hernach wollten sie es begraben. Aber da Schneewitt noch nicht wie tot aussah, sondern noch frisch wie ein Knäblein, das schläft, so wollten sie ihn nicht allein in die Erde senken, sondern sie machten einen schönen Sarg von Glas. Da legten sie ihn hinein und schrieben darauf:
»Schneewitt, ein Königssohn«.
Sie setzten den Sarg auf einen von den sieben Bergen und hielten, immer eine von ihnen, Wache. Da kamen auch die Tiere aus dem Walde und weinten um den Schneewitt, die Eule, der Rabe und auch das Täubchen.
Und so lag Schneewitt lange Jahre in dem Sarge, ohne das er verweste. Vielmehr sah er so frisch und weiß aus, wie frisch gefallener Schnee, und hatte wieder rote Wänglein, wie frische Blutröschen, und die schwarzen ebenholzfarbenen Haare.

Es geschah aber, dass eine Königstochter in den Wald und zu dem Zwerginnenhaus kam, um dort zu übernachten. Sie sah auf dem Berg den Sarg, und den schönen Schneewitt darin, und las, was mit goldenen Buchstaben darauf geschrieben war. »Schneewitt, ein Königssohn«
Sie verliebte sich sofort in das schöne Bübchen und bat die Zwerginnen, ihm doch den Sarg mit Schneewitt zu überlassen. Er wolle ihnen diesen abkaufen.
Die Zwerginnen aber sprachen:
Um alles Gold in der Welt geben wir den Sarg nicht her! Wir haben Gold in Fülle und brauchen deines nicht!
So schenkt ihn mir!, bat die Königstochter.
Ich kann nicht sein ohne Schneewitt. Ich will ihn aufs höchste ehren und heilig halten. Er soll in meinem schönsten Zimmer stehen. Ich bitte euch darum!
Da wurden die Zwerginnen von Mitleid bewegt und schenkten ihr Schneewitt im gläsernen Sarge. Den gab sie ihren Dienerinnen, dass sie ihn vorsichtig fort trügen und sie folgte sinnend nach. Da geschah es, dass sie über einen Strauch stolperten, und von dem Schüttern fuhr der giftige Apfelgrütz, den Schneewitt abgebissen hatte, aus dem Hals. Und nicht lange, so öffnete er die Augen, hob den Deckel vom Sarg in die Höhe und richtete sich auf, und ward wieder lebendig.
Ach Göttin, wo bin ich?, rief er. Die Königstochter sagte voll Freude: "Du bist bei mir", und erzählte was sich zugetragen hatte und sprach:
Ich habe dich lieber als alles auf der Welt. Komm mit mir in meiner Mutter Schloss, du sollst mein Gemahl werden.
Da war ihr Schneewitt gut und ging mit ihr, und ihre Hochzeit ward mit großer Pracht und Herrlichkeit angeordnet.

Viele hohe Gäste wurden geladen, darunter auch der böse König. Der putzte sich auf das Allerschönste heraus, trat vor seinen Spiegel und fragte wieder:
Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist der Schönste im ganzen Land?
darauf antwortete der Spiegel:
Herr König, Ihr seid der Schönste hier, aber der junge Prinz ist noch tausendmal schöner als Ihr!
Da wusste der König nicht, was er vor Neid und Eifersucht sagen und anfangen sollte. Es wurde ihm ganz bange ums Herz und er wollte erst gar nicht auf die Hochzeit gehen. Dann wollte er aber doch, um den zu sehen, der schöner sei, als er selbst, und fuhr hin.
Und wie er hinein trat, erkannte er Schneewitt, und vor Angst und Schrecken stand er da und konnte sich nicht regen. Aber es waren schon eiserne Pantoffeln über Kohlefeuer gestellt und wurden mit Zangen herein getragen und vor ihn hingestellt. Da musste er in die rot glühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis er tot zur Erde fiel.

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