DVB-T2, Pay-TV und das Privatfernsehen

Zunächst möchte ich klar stellen, dass ich von der Bezeichnung »Privat« im Zusammenhang mit nicht öffentlich-rechtlichem Fernsehen nichts halte. Der adäquate Begriff wäre »Werbungsfinanziertes Fernsehen«, weil diese Anbieter den größten Teil ihrer Einnahmen durch Werbung erhalten und zusätzlich noch mit Rundfunkgebühren gemästet werden. Innerhalb dieses Artikels werde ich der Einfachheit halber »Werbefernsehen« benutzen.

Haben Sie schon davon gehört, dass das Fernsehen über Antenne (DVB-T) seit April 2017 von DVB-T2 abgelöst wurde? Die Fernsehanbieter wurden von der Bundesnetzagentur gezwungen, alle Sender im Format DVB-T abzuschalten und durch das HD-fähige DVB-T2 zu ersetzen.
Als Grund dafür wird der Fortschritt in den Übertragungs- und Videoformaten angegeben. Durch das neue Digitalfernsehen ist es nun endlich möglich, die öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF, die dritten ProgrammeNDR, WDR, MDR, RBB, HR, BR, SWR usw., arte, 3sat und Konsorten) in HD-Qualität zu empfangen. Besonders ärgerlich ist aber, dass die Werbungsfinanzierten Sender (Pro7, Sat, RTL, VOX usw.) nur noch verschlüsselt gesendet werden. Um diese Sender empfangen zu können ist zwingend der Erwerb eines Abonnements z.B. von Unitymedia oder der Telekom erforderlich, was selbstverständlich zusätzliche Kosten verursacht.
Die Werbungssender haben es ja wirklich dringend nötig, die von der Werbung genervten Zuschauer auch noch mit den Abo-Gebühren zu schröpfen, denn zusammen mit dem Pflichtanteil aus den Einnahmen des Beitragsservices (ehemals GEZ) kommen (nach Stuer) »nur« etwa vier Milliarden Euro Reingewinn zusammen. – Das ist natürlich absolut unzumutbar, für die armen, armen Mega-Konzerne.
Und was haben die Fernsehzuschauer davon? – Nun, zunächst einmal können sie auch über Antenne HD-Fernsehen empfangen. Darüber werden sich viele Zuschauer freuen, die keinen Kabelanschluss haben. Dafür fällt der kostenlose Empfang der Werbungssender komplett weg. Sat.1, RTL und Konsorten können also ohne Zusatzkosten gar nicht mehr empfangen werden.
Wer sich so ein Abo kauft, der hat als einzigen Vorteil, dass er die werbefinanzierten Sender in HD-Qualität empfangen kann. Die meisten Serien und Sendungen des Werbefernsehens sind ohnehin nur Soaps, also Serien wie »Anwälte im Einsatz«, »Achtung Kontrolle« etc. und Wiederholungen. Nur ein kleiner Teil davon wurde in HD produziert, der überwiegende Teil wird in Standardauflösung gesendet, obwohl das »HD« neben dem Senderlogo dem Zuschauer hohe Auflösung suggeriert.
Wer also keinen Kabelanschluss hat, dafür aber fürs Fernsehen etwas mehr Geld auszugeben bereit ist, wird nun noch leichter über den Tisch gezogen, kann aber dafür vor Allem die Werbung in HD sehen. — Darauf hat die Welt gewartet!

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