Sinn und Unsinn künstlicher Düfte

Düfte regieren seit jeher die Welt, jedoch in einer Weise, deren tiefere Bedeutung sich der Menschheit erst seit wenigen Jahren und auch nur sehr schleppend zu erschließen beginnt.

Wozu es Düfte gibt

In der Welt der Tiere regeln Sexuallockstoffe, so genannte Pheromone, wer sich mit wem paart. In der Welt der Säugetiere, zu denen auch wir Menschen gehören, ist es ganz genau so. Der Homo sapiens sapiens produziert ebenfalls Pheromone, nur haben wir leider verlernt, auf die natürlichen Signale (nämlich den gemeinen Körpergeruch) in adäquater Weise zu reagieren. Die Folge: Seit die Menschheit massenhaft Parfüms benutzt, ist die Zahl an Erbkrankheiten und Missbildungen bei Neugeborenen, aber auch die Anzahl der Scheidungen sprunghaft angestiegen.
Neben den Pheromonen sind daran aber auch Hormone (Östrogen, Gestagen, Progesteron und Testosteron) Schuld. Unter normalen Bedingungen bevorzugt eine Frau einen Partner, der sich genetisch stark von ihr unterscheidet, damit der Nachwuchs ein möglichst starkes Immunsystem erhält. Wenn eine Frau die Pille nimmt, dann bevorzugt sie Männer, die ihr genetisch eher ähnlich sind, und die kann sie mit dem Geruchssinn erkennen. Das Östrogen kann aber dazu führen, dass sie bei einem Kinderwunsch nach Absetzen der Pille ihren Angebeteten plötzlich nicht mehr riechen kann. Oft sind permanente Streitigkeiten die Folge und diese münden gelegentlich in der Scheidung.

Geruchlose Düfte: Pheromone

Pheromone sind Sexuallockstoffe und auch chemische Botschaften. Sie sind, chemisch betrachtet, mehr oder weniger komplexe Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff, sowie Spuren anderer Elemente.
Wer heute in der Nähe eines ungewaschenen und (vor Allem) unparfümierten Menschen verweilen muss, der rümpft die Nase und tut gerade so, als müsse er die Dämpfe von Fäkalien einatmen. Körpergeruch wird heute allgemein als sehr unangenehm empfunden und ist längst nicht mehr gesellschaftsfähig. Doch das war nicht immer so:
Ein Leitfaden zum Anbandeln aus dem 19. Jahrhundert rät, ein Taschentuch unter den Achseln zu tragen und dieses bei der Brautschau heraus zu holen, weil der Geruch die Damen anlocken sollte. Es ist überliefert, dass dieser Trick wirklich funktioniert hat. Damals wusste man noch nicht, dass nicht der Schweißgeruch, sondern die an sich geruchlosen Pheromone für die Attraktivität verantwortlich waren.
Tatsächlich kann auch der Mensch Pheromone frei setzen und diese werden in den Achselhöhlen und im Intimbereich von speziellen Drüsen hergestellt. Und auch wahrnehmen können wir die Pheromone, und zwar über das so genannte Vomero-nasale Organ, das in der Nase unterhalb des Riechkolbens liegt.

Wozu dienen die Pheromone?

Pheromone dienen dazu, in der Natur potentielle Artgenossen zu finden, vorwiegend Angehörige des anderen Geschlechts. Doch Pheromone können noch mehr: Sie locken Paarungsbereite Artgenossen an und zwar diejenigen am stärksten, die sich genetisch möglichst voneinander unterscheiden. Paare, die genetisch ähnlicher sind können sich nicht riechen und stoßen sich eher ab. Angehörige der eigenen Sippe haben Pheromone, auf die man geprägt ist und deshalb nicht reagiert, so dass eine Paarung innerhalb der Familie weitgehend ausgeschlossen wird. So vermeidet die Art Inzest und sichert sich möglichst gesunden Nachwuchs.
Dies trifft auf fast alle an Land lebenden Tiere zu. Von Insekten (die haben's erfunden!) über die meisten Reptilien bis zu den Säugetieren. Bei den Insekten erfüllen Pheromone gleich mehrere Aufgaben. Sie dienen den Ameisen als Wegweiser zu Futterquellen. Wenn eine Ameise eine Futterquelle gefunden hat, dann legt sie eine Duftspur, der die Arbeiterinnen folgen und die Beute nach Hause tragen. Von Bienen und Hummeln ist bekannt, dass sie einen Stich gegen einen Feind mit dem Leben bezahlen müssen. Blind drauf los zu stechen, können sie sich nicht leisten. Sie müssen sich ihren finalen Stich für echte Notfälle aufheben. Wenn eine Biene einen Eindringling sticht, dann verströmt sie ein Pheromon, das ihre Artgenossen aggressiv macht und gleichzeitig den Angreifer als Ziel markiert. Die anderen Bienen stürzen sich auf den Gegner und stechen ebenfalls zu, um den Staat zu verteidigen.

Was ist ein Parfüm?

Ein Parfüm ist eine Komposition aus pflanzlichen und auch einigen tierischen Duftauszügen und -essenzen, die in Alkohol gelöst sind und zusammen einen interessanten und charakteristischen Duft ergeben. Parfüms wurden schon im alten Ägypten verwendet, im Mittelalter dienten sie dazu, den oft beißenden Fäkalgeruch zu überdecken, der aufgrund der unbekannten Hygienemaßnahmen überall gegenwärtig war.
Einige von ihnen enthalten sogar natürliche Pheromone, jedoch nicht von Menschen, sondern von Tieren. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Moschusöl, das aus dem Sekret der Analdrüse des Moschusochsen gewonnen wird.
Man will ja nicht riechen wie eine Kuh aus dem A – oder etwa doch?
Bei der Wahl des persönlichen Parfüms kann man zwar sehr viel falsch machen, aber ein allgemein gültiges Rezept für den richtigen Duft gibt es auch nicht.
Oft ist es der persönliche Geschmack, der darüber entscheidet, welchen Duft man trägt, mitunter ist es aber auch die Tageslaune. In den meisten Fällen ist dies aber nicht der Duft, der wirklich zu einem passt.
Ein Parfüm kann bei richtiger Platzierung und Dosierung als Transportmittel, gewissermaßen als Verstärker für die eigenen Pheromone eingesetzt werden. Doch dieses Geheimnis scheinen viele Menschen nicht zu kennen. Immer wieder trifft man auf Menschen, die so intensiv nach irgendeinem Parfüm riechen, dass man instinktiv nach Luft schnappen möchte. Sie sprühen sich das Zeug flaschenweise überall hin; in die Kleidung, auf den ganzen Körper und schließlich noch in die Haare. So etwas ist nicht besonders stilvoll, sondern eher – sagen wir mal, eine Belästigung für die Umwelt. Ein Parfüm sollte den eigenen Körpergeruch nicht überdecken, sondern angenehm verpacken, immer nur einen Hauch von Duft hinterlassen und erst in unmittelbarer Nähe deutlich werden. Wer sparsam und gezielt mit seinem Duft umgeht, erhöht seine Chancen, den richtigen Partner zu finden und oft bringt eine Kombination verschiedener Düfte, dezent eingesetzt, das gewisse Etwas, das eine Frau – oder auch einen Mann – unwiderstehlich wirken lässt.

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